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Jan 27, 2026

Die Vorbereitung auf Agentic Supply Chains beginnt mit Entscheidungskohärenz

Warum Entscheidungs-Archetypen wichtig sind – und wie bessere Handlungsfähigkeit auf ihnen aufbaut Supply Chains agieren in einem Umfeld anhaltender Volatilität. Die Nachfrage verändert sich schneller, Lieferantenrisiken bleiben bestehen, und Kosten-…

Warum Entscheidungs-Archetypen wichtig sind – und wie bessere Handlungsfähigkeit auf ihnen aufbaut

Supply Chains agieren in einem Umfeld anhaltender Volatilität. Die Nachfrage verändert sich schneller, Lieferantenrisiken bleiben bestehen, und Kosten- bzw. Margendruck lassen kaum Spielraum für langsame oder nicht abgestimmte Entscheidungen.

In den vergangenen zehn Jahren haben die meisten Unternehmen darauf mit Investitionen in Planungstools, Optimierungs-Engines und mehr operative Transparenz reagiert. Dennoch schildern viele CSCOs dieselbe Realität: Sobald sich die Rahmenbedingungen ändern, verlangsamt sich die Entscheidungsfindung, reißt an Schnittstellen ab und verliert unternehmensweit ihre Ausrichtung.

Die eigentliche Begrenantozung liegt heute nicht mehr in den verfügbaren Daten oder der Reife der Planungsprozesse. Entscheidend ist, wer Entscheidungen verantwortet – und wie kohärent sie über die Zeit zusammenhalten.

Unter Entscheidungskohärenz verstehen wir den Grad, zu dem Entscheidungen in Strategie, Planung und Ausführung auch bei veränderten Rahmenbedingungen logisch aufeinander ausgerichtet bleiben. In kohärenten Entscheidungsumgebungen sind Annahmen explizit und geteilt, Abwägungen werden bewusst bewertet, und Entscheidungen auf einer Planungsebene unterlaufen nicht die Ergebnisse auf einer anderen. Bricht die Kohärenz auf, können Entscheidungen lokal rational sein – führen in Summe aber zu suboptimalen Ergebnissen.

Das oben skizzierte Raster der Entscheidungsarchetypen fasst diese Realität zusammen. Zugleich macht es deutlich, warum die Vorbereitung auf Agentic Supply Chains bei der Gestaltung von Entscheidungen beginnt – nicht bei der Technologie.

Die Entscheidungsarchetypen: Entscheidungskohärenz verstehen

Dieses Raster ist weder eine Reifegradkurve noch eine Technologielandkarte. Es ist ein Entscheidungs-Framework, das erklärt, warum einige Supply Chains effektiv auf Volatilität reagieren, während andere ins Stocken geraten. Entscheidungsarchetypen in der Supply-Chain-Planung (SCP):

 

Es beschreibt Betriebsmodelle entlang zweier Dimensionen:

  1. Entscheidungsverantwortung (horizontale Achse)
    Lokale Optimierung → Unternehmensweite Optimierung
  1. Entscheidungskohärenz (vertikale Achse)
    Fragmentierte Entscheidungsfindung → Kontinuierliche Entscheidungsfindung

Laut Gartner arbeiten weniger als 20 % der Supply Chains mit ausgereiften, kontinuierlichen Planungsfähigkeiten, die Entscheidungen über alle Planungshorizonte hinweg im Einklang halten. Für die meisten Unternehmen ist heute die Entschleunigung der Entscheidungsfindung – nicht die Forecast-Genauigkeit – der wichtigste Performance-Begrenzer.

Fokus auf Ausführung: lokale Optimierung, hohe Kosten

Im linken unteren Quadranten ist die Entscheidungsfindung stark lokalisiert.

Typische Merkmale sind:

  • In Silos organisierte Fachbereiche

  • Planung auf Basis von Tabellenkalkulationen

  • Lokale Pläne, die isoliert optimiert werdenSpreadsheet-driven planningLocal plans optimised in isolation

Entscheidungen werden nahe am Problem getroffen, jedoch selten mit Blick auf die unternehmensweiten Konsequenzen. Zielkonflikte treten spät zutage, Reaktionen sind reaktiv, und verschiedene Teile der Organisation ziehen häufig in entgegengesetzte Richtungen.

In dieser Phase hilft es selten, zusätzliche Automatisierung oder Agenten einzuführen. Agentik verstärkt hier die Fragmentierung, weil das zugrunde liegende Entscheidungsframework inkohärent ist.

Gartner-Analysen zeigen, dass Unternehmen mit fragmentierter, funktionsgetriebener Planung in der Regel 10–15 % höhere Bestände halten als ihre Vergleichsgruppe – getrieben durch späte Abwägungen und lokale Optimierung. Entscheidungsschleifen erstrecken sich in solchen Umgebungen häufig über mehrere Wochen und begrenzen so die Reaktionsfähigkeit in Störungssituationen.

Strategischer Fokus: Erkenntnisse ohne Entscheidungsskalierung

Auf der vertikalen Achse nach oben nimmt die Kohärenz zu, aber die Entscheidungshoheit bleibt lokal.

Organisationen im Archetyp „Strategic Advisory“ investieren in:

  • Langfristige Planung
  • Szenarioanalysen

  • Strategische Erkenntnisse auf Executive-EbeneScenario analysis

Die strategische Stoßrichtung ist klarer, aber die Anbindung an die Ausführung bleibt schwach. Ändern sich die Rahmenbedingungen, lassen sich strategische Entscheidungen nur schwer in taktische und operative Maßnahmen übersetzen – und lokale Optimierung setzt sich schnell wieder durch.

In diesem Stadium verbessern Analytics und erste agentische Fähigkeiten zwar die Qualität der Erkenntnisse, doch die Agentik bleibt vorwiegend beratend. Ohne unternehmensweite Entscheidungsverantwortung verbreiten sich selbst gute Entscheidungen nicht kohärent.

Gartner-Studien zeigen, dass weniger als 30% Prozent der Supply-Chain-Entscheidungen konsequent in taktischen und operativen Plänen abgebildet werden, sobald Volatilität ins Spiel kommt.

Operativer Fokus: Transparenz ohne Orchestrierung

Mit der Bewegung auf die rechte Seite des Rasters wird die Entscheidungsverantwortung zentralisiert.

Der operative Fokus bietet:

  • Zentralisierte Transparenz

  • Kennzahlen- und SLA-gesteuertes Management

  • Schnellere Problemidentifikation

Die Transparenz verbessert sich deutlich, doch die Entscheidungsfindung bleibt häufig reaktiv. Die Tiefe der Szenarien ist begrenzt, Planungshorizonte bleiben voneinander entkoppelt, und Zielkonflikte werden spät eskaliert.

Agentische Fähigkeiten optimieren hier typischerweise das Alarmwesen und die Reaktionsgeschwindigkeit. Die Agentik verbessert die Reaktionszeit, nicht die Orchestrierung – denn die Entscheidungskohärenz ist weiterhin begrenzt.

Gartner beobachtet, dass Control-Tower-geführte Organisationen die Geschwindigkeit der Problemidentifikation häufig um 20–30 % verbessern,jedoch deutlich geringere Fortschritte bei Service, Kosten oder Bestandskennzahlen erzielen. Transparenz erhöht das Bewusstsein – aber nicht automatisch die Entscheidungsqualität.

Integriertes S&OP / IBP: der Wendepunkt

Der Schritt in den rechten oberen Quadranten markiert einen echten Sprung in der Leistungsfähigkeit.

Integriertes S&OP und IBP bringen:

  • Unternehmensweite Entscheidungsverantwortung

  • Ausrichtung von Finanzen, Nachfrage und Versorgung

  • Strukturierte, finanziell hinterlegte Abwägungen

Hier beginnt sich die Entscheidungsqualität zu potenzieren.

Die meisten Organisationen arbeiten jedoch weiterhin in monatlichen oder wöchentlichen Zyklen – und legen damit in Phasen schnellen Wandels eine deutliche Entscheidungsverzögerung offen.However, most still operate on monthly or weekly cycles, leaving decision latency exposed during periods of rapid change.

Eben hier beginnt die Agentik, echten Mehrwert zu stiften – sie entwickelt sich von punktueller Automatisierung hin zu kontinuierlicher, unterstützter Entscheidungsfindung innerhalb eines etablierten Entscheidungs-Frameworks.

Gartner-Benchmarks zeigen, dass Unternehmen mit ausgereiften S&OP- oder IBP-Prozessen typischerweise erreichen

  • 5–10 % höhere Bestandsproduktivität
  • 2–5 % Verbesserung der Servicelevel

Network-orchestrated Planning erweitert die Entscheidungsfindung über das eigene Unternehmen hinaus und umfasst:

Mit wachsender Komplexität bewegen sich führende Unternehmen weiter nach oben im Raster.

Network-orchestrated Planning erweitert die Entscheidungsfindung über das eigene Unternehmen hinaus und umfasst:

  • Mehrstufige Transparenz in der Lieferkette

  • Abwägungen mit Lieferanten und Partnern

  • Optimierung auf Ebene des gesamten Ökosystems

Hier helfen agentische Fähigkeiten, Komplexität zu beherrschen, indem sie Signale überwachen, Szenarien explorieren und Zweitrundeneffekte sichtbar machen – ohne den menschlichen Entscheidungsanspruch zu ersetzen.

Gartner-Forschung zu resilienten Supply Chains zeigt, dass Unternehmen mit mehrstufiger Transparenz und Szenarioplanung auf Netzwerkebene sich 30–50 % schneller von größeren Störungen erholen als Organisationen, die nur innerhalb des eigenen Unternehmens optimieren..

Entscheidungszentrierte Supply Chains: stärkere Agentik in der richtigen Rolle

An der Spitze des Rasters steht die entscheidungszentrierte Supply Chain.

In diesem Archetyp:

  • Bleiben strategische, taktische und operative Entscheidungen kohärent miteinander verknüpft

  • Werden Szenarien kontinuierlich statt punktuell bewertet

  • Werden Abwägungen bewusst über Nachfrage, Supply, Kapazitäten und Kosten hinweg durchdekliniert

Hier entfaltet eine leistungsfähigere Agentik ihren vollen Wert – als permanenter Entscheidungspartner, der Veränderungen wahrnimmt, Optionen generiert und Konsequenzen innerhalb klar definierter Unternehmensleitplanken testet.

Gartner nennt die Reduzierung der Entscheidungsverzögerung als ein zentrales Merkmal leistungsstarker Supply Chains. Organisationen, die zu kontinuierlichen, szenariogetriebenen Entscheidungsmodellen übergehen, können ihre Entscheidungszyklen um bis zu 50 % verkürzen – und damit schnellere Abwägungen treffen, ohne Governance zu gefährden.

Die Rolle der Agentik: von Automatisierung zu unterstützter Entscheidungsfindung

Wenn sich Supply Chains im Raster hin zu unternehmensweit ausgerichteten Entscheidungsarchetypen entwickeln, vollzieht sich eine subtile, aber entscheidende Verschiebung. Die Rolle der Technologie geht über Automatisierung und Optimierung hinaus hin zu unterstützter Entscheidungsfindung.

In diesem Kontext sind agentic Supply-Chain-Fähigkeiten nicht als autonome Akteure zu verstehen, sondern als dauerhafte Entscheidungsunterstützung, die innerhalb eines etablierten Entscheidungsframeworks agiert. Ihr Wert liegt darin, Teams zu helfen, Veränderungen früher zu erkennen, Abwägungen schneller zu analysieren und Entscheidungskohärenz bei sich wandelnden Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Entscheidend ist: Die Wirksamkeit agentischer Fähigkeiten hängt davon ab, wo sich eine Organisation im Raster der Entscheidungsarchetypen befindet. In fragmentierten oder stark Control-Tower-geführten Umgebungen beschleunigen Agenten häufig lediglich lokale Reaktionen, ohne zugrunde liegende Zielkonflikte zu lösen. In unternehmensweit ausgerichteten Modellen – insbesondere dort, wo S&OP und IBP gemeinsame Annahmen und Governance bereitstellen – tragen sie dazu bei, die Entscheidungsqualität unter Volatilität zu sichern.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Agentic Supply Chains ersetzen weder S&OP noch IBP oder Governance-Strukturen. Sie befähigen und erweitern sie – indem sie die kontinuierliche Bewertung von Szenarien, Restriktionen und Ergebnissen über alle Planungshorizonte hinweg ermöglichen, während die Verantwortung klar bei den menschlichen Entscheidungsträgern bleibt.

Ihre aktuelle Entscheidungskohärenz verstehen

Das Raster unterstreicht drei praktische Wahrheiten:

  1. Fragmentierte Entscheidungsmodelle lassen sich weder automatisieren noch „veragenten“
  1. Entscheidungsarchetypen liefern den Kontext, um Agentik verantwortungsvoll einzusetzen

  1. Stärkere Agentik verstärkt kohärente Entscheidungs-Frameworks – sie ersetzt sie nicht

Für CSCOs stellt sich daher nicht mehr die Frage:

Welche Tools oder Agenten sollten wir als Nächstes implementieren?

Sondern:

In welchem Entscheidungsarchetyp operieren wir – und welches Maß an Agentik unterstützt dieses Framework tatsächlich?

Die Antwort auf diese Frage ermöglicht es Organisationen, von fragmentierter Ausführung zu wirklich entscheidungszentrierten Supply Chains zu wechseln – auf Basis belastbarer Fakten statt Hype und mit einem hohen Reifegrad für die agentic Supply Chain.