Case Study

Zentrales Management-Berichtswesen und Leasing-Buchhaltung mit Vertragsmanagement bei Creval

Intelligente Nutzung der internen und externen Informationen steigert die Leistungsfähigkeit des Tagesgeschäfts


Die 1908 gegründete Credito Valtellinese (Creval) gehört zu den größten Bankengruppen Italiens. Sie ist vor allem in Mittel- und Norditalien tätig. Die Verwaltung der Gruppe erfolgt durch eine Tochtergesellschaft mit Sitz in Sizilien. Creval hat insgesamt etwa 400 Filialen und beschäftigt ca. 3.800 Mitarbeiter.

Bereits 2004 führte Creval die Entscheidungsfindungsplattform von Board als Reporting-Lösung für das Management der Bankengruppe ein. Später erweiterte Creval die Lösung um Kreditpolitik und Aktionärs- und Personalmanagement. Board ermöglicht es Creval, aus enormen Datenmengengroßen Nutzen zu ziehen.

Der CIO von Credito Valtellinese betont:

Die große Menge an Informationen, die in Computersystemen verfügbar sind, ist lange Zeit nur für buchhalterische Zwecke genutzt worden. Es ist aber wichtig, diese Informationen breiter zu nutzen. Dies ist die Welt von Big Data, in der die intelligente Verwendung von verfügbaren Informationen den Unterschied zum Wettbewerb ausmacht und zu einer höheren kommerziellen Schlagkraft im Bankensektor führt.

 

 

Wir haben an allem geschraubt, was für die Bank wichtig ist: Performance des Vertriebsnetzes; Kreditmanagement; Geldwäschebekämpfung; Rechnungsprüfung. Wir stellten den Filialen auch ein System zur Verfügung, das ihre Effizienz im täglichen Betrieb misst und dadurch ihre Spitzenleistungen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt. Board ist jetzt unsere zentrale Plattform.

Förderung weitreichender Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen des Unternehmens

Creval hat das Dashboard "Operatives Rating" entwickelt, das die Effizienz der einzelnen Zweigstellen misst. Es analysiert zum Beispiel, wieviel Zeit für die Abwicklung von Verwaltungsprozessen benötigt wird oder wie gut es den Filialen gelingt, die Kunden zu überzeugen, Selbstbedienungsservices zu nutzen (z. B. Geldautomaten und Online-Dienste). Es zeigt aber auch weitere Kennzahlen des Tagesgeschäftes an.

Der CIO von Creval erklärt:

Das operative Rating-Dashboard ermöglicht es der Konzernzentrale, festzustellen, ob ihr Zweigstellennetz mit den richtigen Werkzeugen ausstattet ist und ob die Zweigstellen diese richtig nutzen. Durch diesen Ansatz werden Benchmarks und Scores erstellt, anhand derer die Filialen sehen können, wie sie im Vergleich zu nahe gelegenen Zweigstellen stehen. Diese Anwendung hat ein Wettrennen ausgelöst; zwei Jahre nach Einführung dieses Systems ist die durchschnittliche Bewertung der einzelnen Filialen erheblich gestiegen.

Ein einziger Benchmark für alle Leasingverträge: Board Lease Accounting

Creval nutzt Board auch zur einfachen Verwaltung und Steuerung ihrer Leasingverträge. Mit Board kann Creval die Einhaltung des Internationalen Rechnungslegungsstandards IRFS 16 sicherstellen. Diese Anwendung ist für die Unternehmen, die nach IFRS bilanzieren, seit Januar 2019 vorgeschrieben. Der neue Standard bringt aus Sicht des Leasingnehmers bedeutende Änderungen des Buchhaltungsmodells für Leasingverträge mit sich. Er führt einen neuen Ansatz ein, bei dem unter den Aktiva das "Nutzungsrecht" an den geleasten Vermögenswerten ausgewiesen wird, während die Leasingverbindlichkeit auf der Passivseite ausgewiesen wird. Die Tilgung und Zinszahlungen laufen nach wie vor über die GuV. Im Regelfall führt das zu einer Bilanzverlängerung und Erhöhung der Verschuldensquote beim Leasingnehmer. Hierdurch benötigte Creval eine Softwarelösung, welche nicht nur die korrekte buchhalterische Abbildung der Verträge gewährleistete, sondern auch gleichzeitig ein flexibles Reporting über die Leasingverträge der gesamten Gruppe sicherstellt.

Lara Vettorato, Leiterin des Standards Departments bei Creval, erläutert:

Mein Team befasst sich hauptsächlich mit der Verwaltung und Buchhaltung, der Erstellung der konsolidierten Jahresabschlüsse und dem Umgang mit allen Rechnungslegungsstandards. Angesichts der Größe unserer Organisation ist der Umfang der Leasingverträge recht beträchtlich. Deshalb haben wir beschlossen, ein Projekt zu starten, um die wirtschaftlichen und buchhalterischen Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 abzuschätzen und technologische und organisatorische Instrumente sowohl für seine erstmalige Einführung als auch für künftige Operationen zu ermitteln. Es wurde schnell deutlich, dass die Board-Plattform – die wir bereits in anderen Bereichen der Gruppe erfolgreich eingesetzt haben – die beste Wahl war, da sie uns vordefinierte Werkzeuge für IFRS 16 an die Hand gab.

Mit den Rechnungslegungsstandards werden die Definition und Anwendung der Grundregeln sehr restriktiv, während andere Anwendungen, die von anderen Teams auf der Board-Plattform aufgebaut werden, auf größere Freiheit ausgerichtet sind.

Lara Vettorato fährt fort:

Gleichzeitig möchte ich betonen, dass das vorkonfigurierte Board-Tool für IFRS 16 in der Lage war, alle von uns gewünschten unternehmensspezifischen Anpassungen zu berücksichtigen und gleichzeitig innerhalb des gesetzlichen Rahmens zu bleiben.

Das Board Lease Accounting Implementierungsprojekt – die Lösung für die Anwendung und Einhaltung von IFRS 16 – ermöglicht den verschiedenen Führungskräften innerhalb der Organisation eine konstruktivere Zusammenarbeit. Sie sind in der Lage, Möglichkeiten zu bestimmen, wie die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsstandards bei Creval einfacher und mit besseren Ergebnissen gehandhabt werden können.

An der Zusammenarbeit sind folgende Abteilungen beteiligt:

  • Verwaltung und Buchhaltung
  • Risikomanagement
  • Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Vermögensverwaltung und Logistik
  • Organisation und Innovation.

Da sich der Umfang des Projekts auf verschiedene Unternehmensbereiche erstreckt, wird Board Lease Accounting durch andere Anwendungen und IT-Systeme ergänzt, darunter:

  • Zucchetti für Informationen über den "Zyklus der Verbindlichkeiten"
  • Prometeia zur Eingabe von Informationen über Diskontsätze
  • Quadra eine Software für Buchhaltungsunterlagen
  • verschiedene Data Warehouses – für Daten zu Immobilien, Automobilverträgen und anderen Mietverträgen.

Die Board-Plattform ließ sich perfekt in dieses IT-Ökosystem integrieren, wie Lara Vettorato erzählt:

Dank Board werden unsere Abläufe automatisch auf der Grundlage der verschiedenen Leasing-Datenspeicher generiert, die die Vertragsinformationen in das Board Lease Accounting einspeisen. All dies geschieht unter Einhaltung der Datenqualität: Board überprüft die Vollständigkeit der gelieferten Daten dank der Integration mit der Diagnose im Datenspeicher und minimiert so die Notwendigkeit, irgendwelche der an Board Lease Accounting gesendeten Ströme zu wiederholen. Daraus erfolgt dann – wiederum automatisch – eine Berechnung der Folgen für die Wirtschaftlichkeit, die Finanzierung und das Eigenkapital.

board-img-case-study-creval-ifrs-16jpg-1.jpg

Das Diagramm stellt eine Überarbeitung des von Credito Valtellinese während des Webinars vom 12. Mai 2020 vorgestellten Flussdiagramms dar.

 

Die Hauptbereiche, die IFRS16 bei Creval abdeckt, sind Immobilienverträge (insbesondere Büromietverträge), Kfz-Verträge und andere Leasingverträge, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Bankgeschäften beinhalten.

Wir haben auch das Board Lease Account-Tool für uns angepasst, um unsere Leasingmodelle zu verwalten und unseren Mitarbeitern dabei zu helfen, sicher, konsistent und effizient zu erkennen, welche Verträge unter den Rechnungslegungsstandard fallen und welche nicht betroffen sind. Zum Beispiel haben wir festgestellt, dass geringwertige Vermögenswerte (Leasing von Vermögenswerten im Wert von weniger als 5.000 Euro) und kurzfristige Verträge (mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten) vom Standard IFRS 16 ausgenommen sind.

Zusätzlich zu den Leasingverträgen verwendet Creval die Board-Plattform auch zur Verwaltung von Untermietverträgen. Bei diesem Vorgang vermietet der Leasingnehmer (ein " Zwischen-Leasinggeber") einen zugrunde liegenden Vermögenswert an eine dritte Partei, während der Hauptleasingvertrag zwischen dem Hauptleasinggeber und dem Leasingnehmer in Kraft bleibt.

Lara Vettorato sagt abschließend:

In unserem Unternehmen mussten wir auch Untermietverträge verwalten, bei denen es sich für unsere Organisation hauptsächlich um firmeninterne Mietverträge handelt. Mit Board Lease Accounting konnten wir diesen Anwendungsfall abdecken und sie auf unterschiedliche Weise verwalten und abrechnen, je nachdem, ob es sich um eine operative oder finanzielle Untervermietung handelt. Board Lease Accounting ist daher für Creval zum Maßstab für alle Leasingverträge geworden.