Diehl Metering

Zentrale Vertriebsplanung: Ein Spagat zwischen Individualität und Transparenz

Das Unternehmen
Diehl Metering, spezialisiert auf Smart Metering, gehört seit 2010 als fünfter Teilkonzern zur Diehl Gruppe und besteht aus 13 unabhängigen internationalen Unternehmenseinheiten. Mit Messgeräten für Wasser, thermische Energie, Gas und Strom, Systemtechnik und Smart Metering sowie Energiedienstleistungen liefert Diehl Metering die komplette Prozesskette vom Zähler bis zur Rechnungsstellung. Das Unternehmen mit seinen rund 2.000 Mitarbeitern fertigt pro Jahr über 7 Millionen Messgeräte und 4,6 Millionen Funkmodule für internationalen Kunden.

Die Herausforderung
Die Unternehmenseinheiten von Diehl Metering in Europa, Amerika und Asien arbeiteten bisher sehr eigenständig und teilweise auch nach unterschiedlichen Vertriebsprozessen. Eine einheitliche Datenbasis für das Vertriebsreporting existierte nicht. Aufgrund des stetigen Unternehmenswachstums wurde es immer schwieriger, die Informationen zu konsolidieren um einen Überblick über das gesamte Unternehmen zu erhalten. Das Erstellen von Vergleichen war auf Grund der verschiedenen Sprachen, Währungseinheiten und Detaillierungsgrade sehr aufwendig. Die bisherige Reporting-Lösung basierend auf SAP BW war zudem zu starr und wenig self-service-orientiert.

Diehl Metering wünschte sich eine Lösung, die es ermöglicht, die gesamte Vertriebsplanung des Diehl-Teilkonzerns und das Reporting in einem Werkzeug abzubilden – unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Eigenheiten. Zudem war mehr Unabhängigkeit von der IT oder externer Beratungsleistung gefordert: Key-User in den Fachabteilungen sollten in der Lage sein, kleinere Änderungen an der Anwendung selbst vornehmen zu können bzw. Berichtskonsumenten sollten sich über einfache Self-Service-Funktionen ihre Reports nach eigenen Wünschen anpassen können.

Die BOARD-Lösung
Nachdem verschiedene Werkzeuge, darunter QlikView, Cubeware und SAP BO, evaluiert worden waren, entschied sich Diehl Metering für das programmierfreie Toolkit BOARD. Neben den fachlichen Punkten wie Integration von Analyse, Reporting, Simulation und Planung in einem einzigen Werkzeug, eine ausgeprägte Fachanwenderorientierung und umfassende Planungsfunktionalitäten, überzeugten auch die BOARD-Berater vor Ort, die Diehl Metering in den nächsten Monaten im Projekt tatkräftig zur Seite stehen sollten.

Für die Reporting-Anwendung stand das Implementierungs-Team (Diehl-Mitarbeiter, BOARD-Berater und die IT Management Beratung noventum consulting) vor einer ganz besonderen Herausforderung: Bis dato gab es weder eine einheitliche Kennzahlenlogik noch eine detaillierte Dokumentation dieser. Mit der neuen Lösung setzte sich Diehl Metering ein klares Ziel: „Unsere Kennzahlenlogik sollte ab sofort klar strukturiert und dokumentiert sein. Die Möglichkeit einer grafischen Darstellung der Kennzahlen war dabei eine weitere bedeutungsvolle Anforderung. Wir erhofften uns durch den Einsatz der neuen BI-Lösung mehr Transparenz für den gesamten Teilkonzern und vor allem die Möglichkeit, Änderungen selbst vornehmen zu können“, erläutert Marc Kellner, Head of Process Management & Business Applications bei Diehl Metering.

Die von BOARD-Partner noventum consulting geschaffene Grundlage ist ein MS SQL Server basiertes Data Warehouse, mit dem die ursprüngliche SAP-BW-Datenhaltung mittelfristig abgelöst werden soll. Für die Datenbewirtschaftung aus dem SAP-ERP-System werden standardisierte SAP-Schnittstellen von Theobald Software und SQL Server Integration Services eingesetzt. Auftragseingang, Umsätze und die sich daraus ergebenden Auftragsbestände wurden als die wichtigsten Messgrößen für das Vertriebscontrolling zuerst umgesetzt. Ein tägliches Update der BOARD-Datenbank stellt sicher, dass jederzeit mit aktuellen Vertriebsdaten gearbeitet wird. „Durch die eindeutigen Hierarchien in BOARD konnten wir sogar fehlerhafte Stammdaten aus SAP identifizieren und korrigieren“, erläutert Nadine Volkart, IT-Projectmanagerin im Bereich Process Management & Business Applications bei Diehl Metering.

Für die Vertriebsplanung entwickelten die Diehl Metering-Unternehmenseinheiten mit den BOARD-Beratern zunächst einen einheitlichen Vertriebsplanungsprozess, der in BOARD abgebildet werden sollte. Das zu Grunde liegende Datenmodell berücksichtigt dabei die länder- bzw. unternehmensspezifischen Anforderungen, so dass sich jede Unternehmenseinheit darin wiederfindet. Im Zuge eines Coaching-Verfahrens wurden zukünftige Key-User während der Umsetzungsphase stark in die Anwendungserstellung involviert, so dass bereits erste Teile der Anwendung durch Diehl Metering selbst erstellt wurden.

Nach nur sechs Monaten waren die ersten vier Unternehmenseinheiten (zwei Standorte in Deutschland, Frankreich und Österreich) an das neue, zentrale Planungssystem angebunden und der erste Planungslauf konnte mit BOARD realisiert werden. Egal ob auf Ebene einzelner Kunden oder einer Kundengruppe geplant wird, das System konsolidiert die internationalen Daten umgehend und stellt einen Überblick über den gesamten Diehl-Metering-Bereich bereit. Eine Workflow-Funktion mit integrierten Freigabeprozessen unterstützt die internationale Kollaboration.

Einmal jährlich plant Diehl Metering Menge und Preis basierend auf 25.000 Kunden und 100.000 Materialien. Hierbei wird eine Planungsperiode von fünf Jahren angesetzt. Eine besondere Herausforderung ist der unterschiedliche Planungsstart der Unternehmenseinheiten, die jeweils ihre entsprechenden Vorjahreszahlen zugrunde legen. BOARD generiert aus den „Rolling 12-Umsatzzahlen“ Vorschlagswerte, welche die saisonalen Schwankungen automatisch berücksichtigen. Für neue Materialien, die noch nicht in SAP angelegt sind, gibt es die Möglichkeit mit virtuellen Materialien in die Zukunft zu planen. Bei Markteinführung dieser Produkte können die Planwerte der bis dato virtuellen Produkte auf das nun in SAP angelegte Material einfach mit einem Mausklick überführt werden.

„Eine Besonderheit ist die Intercompany-Planung mit unserem Fertigungsstandort in Nürnberg, welcher nahezu ausschließlich als interner Teilkonzernlieferant agiert“, erklärt Nadine Volkart. „Deren Umsatzplanung stellt gleichzeitig die Planung der internen Materialbeschaffung aller anderen Schwesterunternehmen dar. In BOARD haben wir diese Verflechtung gelöst, indem die internen Kunden unseres Nürnberger Standorts ihre Materialbeschaffungsplanung erfassen. Diese wird automatisch als Umsatzplanung für den Fertigungsstandort übernommen. Ein manueller Eingriff ist natürlich jederzeit möglich.“
Im nächsten Schritt steht nun der Rollout des Toolkits BOARD für weitere Unternehmenseinheiten bevor. Die bestehenden Berichte und Masken dienen dabei als Vorlage und müssen nur leicht entsprechend der lokalen Anforderungen angepasst werden.

Weitere Fachbereiche aus dem Teilkonzern haben bereits Ideen für neue Anwendungsbereiche für BOARD angemeldet – z.B. wird ein HR-Reporting und eine Lösung für das Supply Chain Management gewünscht. Die bereits laufende Realisierung von übersichtlichen Dashboards und Berichten mit individuellen Drill- sowie Self-Service-Funktionen werden von den Fachanwendern mit großem Interesse erwartet.

Der Kundennutzen
Der Spagat zwischen weltweiter Vereinheitlichung der Vertriebsplanungsprozesse unter Berücksichtigung lokaler Anforderungen konnte mit BOARD erfolgreich gemeistert werden. Erstmals gibt es transparente Abläufe über die Ländergrenzen hinweg.

Dank der Integration von Planung und Analyse in einem einzigen Werkzeug sind u.a. Auswertungen direkt aus der Planung heraus möglich – eine deutliche Arbeitserleichterung und Effizienzsteigerung für alle Anwender. Kein Vergleich zu früheren Excel-orientierten Lösungen, bei der tiefergehende Analysen gar nicht erst möglich oder sehr starr waren.

Dank der flexiblen multidimensionalen Datenbank von BOARD konnten selbst die unterschiedlichsten Attribute der einzelnen Unternehmenseinheiten in einem einzigen Datenmodell abgebildet werden. Damit erreicht Diehl Metering eine nie zuvor erlebte Transparenz über den gesamten Teilkonzern und einen „Single Point of Truth“.